ERP

Welche Vorteile hat ein ERP-System? Was Studien wirklich zeigen – und was nicht (2026) 

Letztes Update am 15.05.2026

ERP-Projekte scheitern selten an der Software – sondern häufig an der Prozessarbeit davor. Wer ein ERP-System einführt, ohne seine Abläufe vorher zu strukturieren, digitalisiert seine Probleme. Studien zeigen: Wer es richtig macht, erzielt nachweisbaren ROI. Den Unterschied macht die Qualität der Vorbereitung und Begleitung. 

Zusammenfassung

Deutsche KMUs: • 48 % nennen Kostenreduzierung als größten ERP-Vorteil (Computerwoche/Forterro, 2024) • 76 % der deutschen Fertigungsunternehmen stufen ERP als „sehr wichtig" ein (Planat, 2024, n=196) • Cloud-ERP: >200 % ROI, Ø 16 Monate Amortisation (Nucleus Research, 2020) • 47 % der Projekte überschreiten ihr Budget (Panorama/Statista, 2023)

Dieser Artikel gibt einen Überblick über alle ERP-Vorteile. Wenn Sie direkt in die Tiefe gehen möchten: ERP für den Mittelstand zeigt konkrete Systeme, Kosten und Auswahlkriterien für mittelständische Unternehmen. ERP für Dienstleister deckt die spezifischen Anforderungen bei Projektgeschäft, Zeiterfassung und Abrechnung ab.

Die häufigsten Fragen – direkt beantwortet

Was bringt ein ERP konkret – in Zahlen?

Wie lange dauert die Amortisation?

Was kostet eine ERP-Einführung?

Wie wähle ich das richtige ERP-System aus?

Was ist ein ERP-System?

Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) ist eine integrierte Unternehmenssoftware, die zentrale Geschäftsprozesse in einer gemeinsamen Daten- und Prozessstruktur abbildet: Finanzwesen, Einkauf, Vertrieb, Lagerverwaltung, Produktion und Personalmanagement.

ERP ist kein Software-Tool, sondern ein Organisationsprinzip: Es ersetzt isolierte Abteilungssysteme durch eine integrierte Datenbasis, die alle Kernprozesse verbindet.

Je nach Unternehmenstyp unterscheiden sich die Anforderungen erheblich. Detaillierte Informationen für Ihre Situation finden Sie hier: ERP-System für den Mittelstand oder ERP-System für Dienstleister.

Definition ERP

ERP ist kein Software-Tool, sondern ein Organisationsprinzip: Es ersetzt isolierte Abteilungssysteme durch eine integrierte Datenbasis, die alle Kernprozesse verbindet. Der Unterschied zu Insellösungen liegt nicht in Funktionen, sondern in struktureller Integration. Ein ERP-System auf der anderen Seite ist das Software-Tool, das die ERP Prinzipien mit Hilfe einer Software im Unternehmen umsetzt.

ERP-Lage in Deutschland: Was die Daten wirklich zeigen

Zahlen zum deutschen Markt sind eher schwer zu finden. Während die meisten Artikel sich auf amerikanische oder internationale Zahlen beziehen, geben wir Ihnen hier einen Überblick über die Lage in Deutschland selbst. Die Realität im deutschen Mittelstand sieht nämlich teilweise anders aus als internationale Studien vermuten lassen:

Die letzte Zahl in der Tabelle sticht am stärksten hervor: 48 % der deutschen Mittelständler beklagen sehr viele Medienbrüche – obwohl sie bereits ein ERP-System im Einsatz haben. Das ist kein Widerspruch zur hohen ERP-Verbreitung, sondern deren Kehrseite: Eine schlechte Einführung löst die Probleme nicht. Die Qualität der Implementierung entscheidet über den Nutzen, nicht die Software allein.

„Während ständig neue Themen wie Cloud oder KI gehypt werden, sind weite Teile des Mittelstands nach wie vor mit der Lösung von Problemen befasst, die in der öffentlichen Wahrnehmung schon als längst erledigt gelten.“ — Christian Biebl, Geschäftsführer Planat GmbH, ERP-Herausforderungen-Report 2024 (n=196)
Im deutschen Mittelstand leiden 48 % der Unternehmen trotz bestehendem ERP unter sehr vielen Medienbrüchen (Planat, 2024, n=196). Das ist kein ERP-Problem – es ist ein Implementierungproblem.

Die zentralen Vorteile eines ERP-Systems

ERP-Vorteile entstehen nicht durch einzelne Funktionen, sondern durch das Zusammenspiel von drei Wirkmechanismen: Datenkonsolidierung, Prozessintegration und Automatisierung. Jeder Vorteil lässt sich auf einen dieser Mechanismen zurückführen.

1. Zentrale Datenbasis – Ende der Doppelpflege

In Unternehmen ohne ERP verbringen Wissensarbeiter laut IDC rund 30 % ihres Arbeitstags mit dem Suchen und Zusammenführen von Informationen aus verschiedenen Quellen – Excel, CRM, Buchhaltungssoftware, E-Mail. Ein ERP eliminiert diesen Aufwand strukturell: Daten werden einmal erfasst und stehen allen Bereichen sofort zur Verfügung.

Quelle: IDC Knowledge Worker Study

2. Prozessintegration – kein Medienbruch mehr

Ein Kundenauftrag im Vertrieb ist im ERP unmittelbar für Lager, Produktion und Buchhaltung sichtbar – ohne E-Mail, ohne Rückfrage, ohne manuellen Übergabepunkt. Laut Planat 2024 nennen noch 68 % der deutschen Mittelständler papierlose Prozesse als aktuelle Herausforderung. Das zeigt, wie weit verbreitet der Status quo ohne funktionierende Integration ist.

3. Automatisierung und Business Intelligence

84 % der Unternehmen implementieren Business Intelligence als Teil ihrer ERP-Einführung (Panorama 2024, n=131) – Echtzeit-Reporting ist der meistgenannte Nutzen. Laut Trovarit 2024/25 (n=1.700 DACH) sehen 29 % der Unternehmen in KI-gestützter ERP-Automatisierung bereits hohen Mehrwert.

Quelle: Panorama Consulting Group, 2024 ERP Report

4. ROI und Amortisation

Nucleus Research analysierte 14 Cloud-ERP-Deployments (2018–2019): Ø 16 Monate Amortisationszeit bei >200 % ROI. Wichtige Einschränkung: Die Stichprobe ist klein (n=14), US-lastig und bezieht sich ausschließlich auf Cloud-Deployments. Für On-Premise-Systeme im deutschen Mittelstand nennt Panorama Consulting eine realistischere Bandbreite von 18–36 Monaten.

Quelle: Nucleus Research 2020

Konkrete Kostenkalkulationen nach Unternehmensgröße und Systemtyp finden SIe in folgenden BeiträgenERP für Mittelstand Kosten sowie ERP für Dienstleister Kosten. 

5. Transparenz, Steuerbarkeit und Kundenerfahrung

Fast die Hälfte aller Unternehmen verbesserte im Zuge der ERP-Einführung die meisten ihrer Geschäftsprozesse (Panorama 2024). 70,1 % realisierten Verbesserungen in der Kundenerfahrung – vor allem durch bessere Auskunftsfähigkeit und kürzere Reaktionszeiten. Deutsche KMU bestätigen das: 46 % nennen Echtzeit-Datenzugriff als wichtigsten Vorteil (Computerwoche/Forterro, 2024).

6. Skalierbarkeit

Laut Planat 2024 haben rund ein Drittel der deutschen Unternehmen in den letzten zwei Jahren ein neues ERP-System eingeführt – häufig ausgelöst durch Wachstum, das bestehende Insellösungen nicht mehr bewältigen konnte.

Welche Systeme für welche Wachstumsstufe geeignet sind, beschreibt unser Beitrag ERP-System für den Mittelstand im Detail.

7. Compliance und E-Rechnung

75 % der Unternehmen verbesserten ihre Compliance durch ein ERP-System (RubinBrown/KPC, 2025). In Deutschland besonders relevant: GoBD-konforme Archivierung und die E-Rechnungs-Pflicht im B2B-Bereich, die seit Januar 2025 verbindlich gilt. Moderne ERP-Systeme unterstützen beides standardmäßig.

Quelle: RubinBrown/KPC ERP Statistics 2025

Wichtige Einschränkung Alle genannten Vorteile entstehen nur, wenn Prozesse vor der ERP-Einführung strukturiert werden. Unternehmen, die bestehende Abläufe unverändert digitalisieren, realisieren laut Panorama (2024) keine messbaren Vorteile. Die Planat-Studie bestätigt das für Deutschland: 48 % der Mittelständler leiden trotz bestehendem ERP-System weiterhin unter Medienbrüchen.

ROI-Berechnung: Framework für Ihren Business Case

Das folgende Framework orientiert sich an Bandbreiten aus Nucleus Research, Panorama Consulting und Forrester TEI-Studien. Die Werte sind Orientierungswerte – keine Garantien.

PositionRechenweg / OrientierungswertIhr Wert
AEingesparte Arbeitszeit (h/Monat)~30 % der Arbeitszeit geht für Informationspflege & Datensuche verloren (IDC). Realistisch einsparbar durch ERP-System: ca. 20–30 % davon – Schätzwert, kein Studienwert.____ h
BInterner Stundensatz (Ø)Typische Bandbreite im deutschen Mittelstand: 35–55 €/h – Schätzwert auf Basis üblicher Lohnkosten.____ €
CJahresersparnis ArbeitszeitA × B × 12____ €/Jahr
DLagerreduktion (einmalig)Typisch: 10–25 % des Lagerwertes – Schätzwert, variiert stark je nach Dispositionsstand.____ €
EFehlerkosten-RückgangAnsatz: 30–50 % der bisherigen Reklamationskosten – Schätzwert, kein Studienwert.____ €/Jahr
FJahresnutzen gesamtC + E + D/5 (Lager als Kapitalkosten über 5 Jahre)____ €/Jahr
GERP-GesamtkostenLizenz + Implementierung + Schulung + Betrieb (5 Jahre). Panorama 2024: Median $450.000 (int. Schnitt, 750-MA-Median).____ €
HAmortisationszeitG ÷ F. Studien-Benchmarks: Nucleus 2020 (Cloud, n=14): 16 Monate. Panorama (allgemein): 18–36 Monate.____ Jahre

Orientierungswerte aus publizierten Studien (mit Einschränkungen)

Forrester TEI (Fertigungsunternehmen): 106 % ROI über 3 Jahre, Payback in 17 Monaten (randgroup.com). Nucleus Research (2020, Cloud, n=14): Ø 200 % ROI in 16 Monaten. Beide Studien beziehen sich auf gut geplante Projekte mit professioneller Begleitung – keine Durchschnittswerte.

→  TippVor der ROI-KalkulationERP Einführung – Checkliste in 8 Schritten hilft Ihnen, den Projektrahmen realistisch zu definieren. 

ERP-Systemvergleich: Meine persönliche Einschätzung

Studienbasis: Nucleus Research SMB ERP Value Matrix 2024, Trovarit „ERP in der Praxis" 2024/25, Gartner Magic Quadrant Cloud ERP 2024. Für branchenspezifische Empfehlungen: ERP für IT-Dienstleister deckt die Besonderheiten von MSPs und IT-Unternehmen ab.

SAP Business One
Fertigung, Handel, Lager · 30–250 MA · ab ca. 60.000–180.000 € Implementierung
✔ Tiefste Funktionalität in Produktionsplanung und MRP
✔ Gartner Expert-Kategorie 2024: stark bei Fertigungsindustrie
✔ GoBD, DSGVO, E-Rechnung 2025 out-of-the-box
✔ Größtes Partnernetzwerk in D-A-CH
Für Fertigungsunternehmen ab 30 MA die beste Wahl – trotz der höchsten Kosten. Unter 30 MA oder ohne Lagerhaltung ist SAP B1 fast immer überdimensioniert.

Microsoft Dynamics 365 Business Central
Dienstleistung, Handel, Office-Nutzer · 20–150 MA · ab ca. 30.000–90.000 € Implementierung
✔ Nucleus Research: Leader im SMB ERP Value Matrix 2024
✔ Beste Microsoft-365-/Teams-Integration am Markt
✔ AppSource: über 3.000 Erweiterungen verfügbar
✔ Günstigstes TCO in dieser Leistungsklasse
Beste Wahl für Dienstleister, Handel und Office-lastige Betriebe jeder Größe. Für Fertigungsunternehmen mit komplexem MRP-Bedarf ist SAP B1 die bessere Wahl.

Für Dienstleister und IT-Unternehmen: Der Artikel ERP für Dienstleister zeigt, welche Systeme sich in der Praxis bewähren – und warum Zeiterfassung und Projektcontrolling die entscheidenden Module sind.

Odoo Enterprise
Startups, KMU, Kostenfokus · unter 25 MA · ab ca. 10.000–40.000 € Implementierung
✔ Niedrigste Einstiegskosten aller vollwertigen ERP-Systeme
✔ Breite Modulabdeckung inkl. HR, Marketing, Website
✔ Schnelle Einführung bei einfachen Prozessen
Sinnvoll bis ca. 25 MA mit klarem Kostenfokus – aber ausschließlich Enterprise-Edition. Die Community Edition ist für Unternehmen keine ernsthafte Option. Wer über 25 MA hinauswächst, wird ein zweites Mal migrieren müssen.

Trovarit Studie 2024: Kleine Installationen Zufriedenstellender

Die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2024/25" (n=1.700 DACH) zeigt: ERP-Installationen unter 25 Arbeitsplätzen weisen insgesamt höhere Zufriedenheitswerte auf als große Installationen – vor allem wegen geringerer Komplexität und besserer Betreuung durch spezialisierte Anbieter. Quelle: trovarit.com/erp-praxis/

​​v.soft® von Vepos
​Dienstleister, Handel, Mittelstand · 5–250 MA · ab 80 € / Concurrent User / Monat · Implementierung ab ca. 10.000 €
✔ ​Speziell für Dienstleister und Serviceunternehmen entwickelt – Ticketsystem, Plantafel und FSM-App im Standard enthalten
✔ ​Klare, transparente Preisstruktur ohne versteckte Funktionsfreischaltungen; Preisbindung an Verbraucherpreisindex
✔ ​Skalierbar von der Ersteinführung bis zu hoher Automatisierung – kein Systemwechsel beim Wachstum nötig
✔ ​20+ Jahre Erfahrung und direkter Support durch Vepos – kein Partnernetzwerk-Risiko
✔ ​E-Rechnung, Serverstandort Deutschland (Partner Hosting), On-Premise – nativ, nicht als Add-on
✔ ​Integrierte mobile App (v.App®) für Außendienst und Lagerverwaltung inklusive
Für Dienstleister, Serviceunternehmen und Handelsbetriebe im deutschen Mittelstand ist v.soft ein ernsthafter Mitbewerber zu Dynamics 365 BC – mit dem Vorteil des direkten Supports, klarer Preisstruktur und nativem Deutschland-Fokus. Wer ein Fertigungsunternehmen mit komplexer Produktionsplanung führt, sollte SAP B1 parallel evaluieren.​

ERP vs. Insellösungen: Direktvergleich

KriteriumERP-SystemInsellösungen (Excel, Einzeltools
DatenpflegeEinmalig erfassen, zentral verfügbarMehrfacheingabe in getrennten Systemen
DatenkonsistenzHoch – eine Quelle der WahrheitNiedrig – Versionskonflikte, Synchronisierungsfehler
AutomatisierungSystemübergreifend möglichNur innerhalb eines Tools
EinführungsaufwandHoch – typisch 6–18 MonateGering – sofort nutzbar
SkalierbarkeitSehr gut, modular erweiterbarBegrenzt – Excel bricht bei Komplexität
ReportingEchtzeit, rollenbezogenManuell, zeitverzögert
MedienbrücheSystemisch eliminiert48 % der Mittelständler: sehr viele (Planat 2024)
Gesamtkosten TCOAmortisiert sich in 1,5–3 JahrenVersteckte Kosten durch Fehler und Skalierungsgrenzen
Geeignet fürAb ~20 MA, mehrere Abteilungen, Lagerhaltung, ServiceUnter 15 MA, einfache stabile Abläufe

Entscheidungsbaum: Wann ist ein ERP sinnvoll?

Diese Orientierungstabelle basiert auf Empfehlungen von Panorama Consulting, IDC MarketScape Midmarket 2024, Trovarit 2024/25:

UnternehmenssituationERP?Empfehlung
Unter 10 MA, einfache stabile AbläufeNeinInsellösung / einfaches Buchhaltungstool vorerst ausreichend
10–30 MA, erste Abteilungsgrenzen, WachstumPrüfenERP-Readiness-Check; v.Soft von Vepos, Odoo oder Moco als möglicher Einstieg
30–80 MA, Lager / Produktion / WachstumJaSAP B1, Dynamics 365 BC, v.Soft von Vepos; Prozess-Workshop vor Auswahl
80+ MA, mehrere Standorte oder GesellschaftenJaSAP B1, Dynamics 365, v.Soft von Vepos oder SAP S/4HANA Cloud; formaler RFP
Dienstleister / Projektgeschäft, jede GrößeJaDynamics 365 BC, v.Soft von Vepos oder Projektron BCS; Zeiterfassung als Kern

→ Tipp: Sobald klar ist, dass ein ERP sinnvoll ist, empfehlen wir Ihnen folgenden Beitrag: ERP-Auswahl: in 9 Schritten zum passenden ERP-System führt Sie strukturiert durch den gesamten Auswahlprozess.

Risiken und Grenzen: Wann ein ERP-System keinen Nutzen bringt

Panorama Consulting (2024, S. 19–21) dokumentiert: Unternehmen, die keine Prozesse vor der Einführung verbessern, realisieren auch keine Benefits.

  • Prozesse nicht definiert: ERP digitalisiert Abläufe, verbessert sie aber nicht automatisch. Wer Prozesse nicht vorher strukturiert, erhält ein teures und komplexeres Excel.
  • Zu geringe Komplexität: Für Unternehmen unter 10–15 MA übersteigt der Einführungsaufwand den Nutzen in den meisten Fällen deutlich.
  • Bestehende Abläufe 1:1 übernehmen – Panorama nennt das eine der häufigsten Ursachen für ausgebliebene Benefits.
  • Fehlende Nutzerakzeptanz: 77 % der erfolgreichen Projekte nennen Leadership-Support als kritischsten Erfolgsfaktor (NetSuite-Umfrage).

Datenbasierter Hinweis

47 % der ERP-Projekte überschreiten ihr Budget (Panorama/Statista, 2023). Nur 33,3 % derjenigen, die stark über Budget lagen, hatten vorher Technology Assessment Services genutzt. Wer ohne externe Unterstützung einführt, trägt ein deutlich höheres Budgetrisiko.

​​→ Tipp: ​Konkrete Warnsignale und Gegenmaßnahmen, um Budgetrisiken zu senken: 7 Gründe, warum ERP-Projekte im Unternehmen scheitern – mit den häufigsten Fehlern und wie Sie diese von Anfang an vermeiden.

Dinge die zu beachten sind bei der ERP-Einführung

1. Budget-Überschreitungen sind die Regel

47 % der Projekte überschreiten ihr Budget. Häufigste Ursachen laut Panorama 2024: Unterschätzter Personalaufwand (38 %), Scope-Erweiterung (35 %), technische Probleme (34 %). Nur 26 % der Unternehmen implementieren ohne jedes Customizing.

2. Customizing schafft langfristige Update-Abhängigkeiten

Jede Anpassung über den Standard hinaus muss in den meisten Fällen bei jedem Major Release gepflegt werden. Standard-First-Prinzip schützt dagegen.

3. Der Go-Live ist nicht das Ende

Panorama (2024): Go-live sollte als Beginn der Nutzenrealisierung gesehen werden, nicht als Projektabschluss. Empfehlung: Mindestens 20 % des Projektbudgets für Post-Go-Live-Aktivitäten reservieren.

Für eine strukturierte Einführung inklusive Post-Go-Live-Planung empfehle ich die Checkliste: ERP-Software erfolgreich einführen in 8 Schritten.

4. Trovarit 2024: Servicequalität der Anbieter ist gesunken

Die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis 2024/25" (n=1.700 DACH) stellt fest: Die Zufriedenheit mit den Serviceleistungen der ERP-Anbieter ist spürbar gesunken. Auch mobile Nutzbarkeit und Performance wurden bemängelt. 

„Die Anwenderzufriedenheit mit den ERP-Systemen bleibt insgesamt hoch – aber die Zufriedenheit mit den Serviceleistungen der Anbieter ist spürbar gesunken.“ — Trovarit AG, „ERP in der Praxis 2024/25", n=1.700 DACH-Unternehmen

Für echte Bewertungen von echten Nutzern zu v.Soft von Vepos und die Einschätzung zur Servicequalität, konsultieren Sie gerne OMR Reviews oder die Capterra Bewertungen.

Herausforderungen bei der Einführung von ERP-Systemen

Alle Häufigkeitsangaben stammen direkt aus den angegebenen Quellen:

HerausforderungHäufigkeit / QuellePräventivmaßnahme
Budget überschritten47 % aller Projekte

Panorama/Statista, 2023
20 % Puffer; Technology Assessment vor Projektstart
Unterschätzter Personalaufwand 38 % der Budgetüberschreitungen

Panorama 2024
Projektstunden früh freihalten; externe Kapazitäten einplanen
Scope-Erweiterung im Projekt35 % der Budgetüberschreitungen

Panorama 2024
Klares Lastenheft; formales Änderungsmanagement
Technische Integrationsprobleme34 % der Budgetüberschreitungen

Panorama 2024
Schnittstellenanalyse im Lastenheft vorab
Medienbrüche trotz ERP48 % der deutschen Mittelständler

Planat, 2024, n=196
Prozesse vor Einführung strukturieren; kein Lift-and-Shift
Fehlende Nutzerakzeptanz77 % der erfolgreichen Projekte:

Leadership-Support entscheidend (NetSuite)
Change Management als Kernaufgabe; Key-User-Programm

Alle Herausforderungen mit konkreten Warnsignalen pro Projektphase beschreibt der Artikel 7 Gründe, warum ERP-Projekte im Unternehmen scheitern.

Fazit ERP-Vorteile:

Die Forschungslage ist eindeutig: ERP-Systeme bieten nachgewiesenen Nutzen – zentrale Datenbasis, Prozessautomatisierung, ROI von >200 % bei gut geplanten Cloud-Deployments (Nucleus Research 2020). Die deutschen Zahlen sind realistischer: 48 % der KMU sehen Kostenreduzierung als Hauptvorteil, 76 % der Fertigungsunternehmen stufen ERP als sehr wichtig ein.

Gleichzeitig ist die Warnung aus den Daten unüberhörbar: 47 % der Projekte überschreiten ihr Budget, 48 % der deutschen Mittelständler leiden trotz ERP unter Medienbrüchen. Das sind keine Systemfehler – das sind Implementierungsfehler.

ERP-Projekte scheitern selten an der Software und häufig an der Prozessarbeit davor. Wer ein ERP-System einführt, ohne seine Abläufe vorher zu strukturieren, digitalisiert seine Probleme. Wer es richtig macht, erhält – das zeigen die Studien – einen strukturellen Wettbewerbsvorteil mit nachweisbarem ROI. Den Unterschied macht nicht das System, sondern die Qualität der Vorbereitung und der Begleitung.

FAQ: Häufige Fragen zu ERP-Vorteilen

Was sind die größten Vorteile eines ERP-Systems?

Wie lange dauert die Amortisation eines ERP-Systems?

Was kostet ein ERP-System im deutschen Mittelstand?

Welche ERP-Systeme sind für den deutschen Mittelstand geeignet?

Was sind typische Fehler bei der ERP-Einführung?

Gibt es spezielle ERP-Lösungen für IT-Dienstleister?

Vollständige Quellenangaben mit URLs

Alle Quellen sind öffentlich zugänglich oder aus Originaldokumenten zitiert. 

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